Certainty Based Marking in chunkx

Certainty Based Marking (CBM) oder auch Confidence Based Marking (praktischerweise auch CBM) genannt, haben mich bereits während meines Pädagogik-Studiums fasziniert. Daher war es nur eine Frage des Zeitpunkts, wann dieses super sinnvolle Konzept auch in unsere App chunkx Einzug hält. Soviel vorab: CBM und adaptives Lernen passen hervorragend zusammen. In diesem Artikel erkläre ich euch, was dahinter steckt und welche Rolle es in unserer Lern-App spielt. 

Was ist Certainty Based Marking?

In chunkx werden Mikrolerninhalte häufig durch interaktive Lernaufgaben ergänzt. Das ermöglicht uns, mehr zum Wissen und Nicht-Wissen des individuellen Users zu erfahren und Inhalte entsprechend zu priorisieren und ggf. zu wiederholen. Lernaufgaben in Form von Single Choice oder Multiple Choice Aufgaben haben jedoch den Nachteil, dass hier schnell einfach geraten wird. Da kommen wir zu CBM:

Beim Certainty Based Marking (CBM) werden Nutzer*innen nicht nur nach der Antwort auf eine objektive Frage gefragt, sondern auch danach, wie sicher sie sind, dass ihre Antwort richtig ist. Unser Punktesystem belohnt es ganz besonders, wenn man nicht nur die richtige Antwort auswählt, sondern sich dabei auch maximal sicher ist. Certainty Based Marking ermutigt zum Nachdenken, wie fundiert die eigenen Kenntnisse und Fertigkeiten wirklich sind. 

Wie wird CBM in chunkx eingesetzt?

chunkx ist eine Micro-Learning-App, die Lerninhalte adaptiv auswählt. Adaptiv bedeutet, individuell und passend pro Nutzer*in. Ich wette, du merkst bereits, das Certainty Based Marking in diesem Kontext sehr viel Sinn ergibt. Wie oft haben dich deine Lehrer früher gefragt, wie sicher du dir bei einer Antwort bist? Ich hoffe doch regelmäßig, denn die Einschätzung dazu hilft dabei, den eigenen Wissensstand besser einzuordnen. 

Uns, das bedeutet unseren Algorithmen in der App, hilft diese Einordnung bei der Entscheidung, welcher Inhalt als nächstes passend für den User angezeigt wird. 

Muss in chunkx Certainty Based Marking immer verwendet werden?

Autor*innen nutzen den chunkx creator, um Kanäle und Micro-Learning-Inhalte zu erstellen. CBM kann hier für alle Inhalte mit geschlossenen Aufgaben verwendet werden. Ganz optional als Checkbox, die schnell an- und  ausgestellt werden kann. Standardmäßig ist sie aktiviert, da wir von dem Konzept überzeugt sind und sich die User Experience sowohl bei der Beantwortung als auch durch die passendere Auswahl von Inhalten deutlich verbessert.

Adaptives Lernen mit chunkx

Mit chunkx bieten wir dir ein Tool, um sowohl neue als auch existierende Maßnahmen zielgerichtet zu erweitern. chunkx richtet sich sowohl an Unternehmen als auch Bildungseinrichtungen, wie Hochschulen oder Schulen. Neben geschlossenen Instanzen bietet chunkx einen öffentlichen Bereich an. Hier werden Akademien wie die von Gemeinsam-gegen-Doping, dem Lehmbruck-Museum und anderen Bildungseinrichtungen angeboten.

Bist du noch kein Kunde oder hast du Fragen zum Thema Certainty Based Marking oder anderen Themen in chunkx? Dann sprich uns für eine persönliche Präsentation an und lass uns gemeinsam über die Möglichkeiten sprechen. Wir freuen uns über deine Kontaktaufnahme!

Adaptives Lernen mit chunkx

Adaptives Lernen und Sortierung von Inhalten: Lerninhalte in eine sinnvolle Ordnung zu bringen, ist eine der elementarsten Aufgaben bei der Erstellung digitaler Lerninhalte. In unserem Autorentool chunkx creator bieten wir unseren Autor:innen seit Kurzem die Möglichkeit, einem Thema entweder eine feste Reihenfolge zu geben oder unseren Algorithmus die Inhalte gem. des Lernerprofils, also adaptiv auswählen zu lassen. Eine festgelegte Reihenfolge eignet sich z.B. dann, wenn ein Thema zum ersten Mal präsentiert wird. Eine adaptive Zuteilung eignet sich dagegen besser, wenn Lerninhalte ergänzend zu einem Training ausgewählt werden sollen.
In diesem Artikel erläutern wir, warum die Einstellungsmöglichkeit so hilfreich ist, was die Vor- und Nachteile der beiden Varianten sind und beschreiben genauer, wie adaptives Lernen in chunkx funktioniert.

Strukturierung von Lerninhalten

Lernvideos, webbased-Trainings, Webinare oder Trainings: Die Inhalte in jeder dieser Einheiten wurden von einem Trainer oder Autor in eine aus ihrer / seiner Sicht sinnvolle Reihenfolge gebracht. Dem voraus geht im besten Fall zunächst eine Definition der Lernziele: Was sollen die Teilnehmer:innen nach der Maßnahme gelernt haben?

Liegen die Lernziele vor, müssen Lernzeit und Format definiert werden. Beide Aspekte sind Kostentreiber, sodass Entscheidungen nicht ausschließlich nach didaktischen, sondern auch nach wirtschaftlichen Parametern getroffen werden. 

Nun kommen wir endlich zur Strukturierung der Inhalte: Wie gibt man den Teilnehmer:innen den notwendigen Kontext? Beschreibt man ein Thema erst auf abstrakter Ebene und gibt dann ein Beispiel, oder umgekehrt? Wann sind gute Zeitpunkte für Übungen und Diskussionen? Man sieht bereits: Hier lässt sich kein pauschaler Königsweg beschreiben, da alle Faktoren berücksichtigt werden müssen: Lernziele, Formate, Räumlichkeiten, Zeit, Budget, die Art der Inhalte, ihre Komplexität, usw. 

Erfahrene Didaktiker haben bereits gemerkt, welchen Faktor wir noch nicht aufgezählt haben: Die Teilnehmer:innen

Teilnehmer:innen sind der heterogenste Faktor

Als wäre es nicht schon kompliziert genug, entwickeln wir unsere Lernmaßnahmen für eine unterschiedlich hohen Anzahl individueller Teilnehmer:innen. Manche lernen am besten induktiv, sprich erst anhand konkreter Beispiele und anschließend anhand der Theorie. Anderen geht es genau umgekehrt, sie möchten erst die Theorie verstehen, bevor es an die Beispiele geht. 

Teilnehmer:innen bringen unterschiedliches Vorwissen mit. Während manche erst behutsam den Kontext verstehen und Grundwissen erlangen müssen, sind andere bereits zehn Schritte weiter und warten ungeduldig darauf, dass endlich die für sie spannenden Inhalte folgen. 

Dazu kommen weitere Faktoren, wie die Kommunikation der Teilnehmer:innen untereinander, die Geschwindigkeit beim Lernen oder hierarchiebedingte Verhaltensweisen, die unterschiedliche Herangehensweisen verlangen.

In Klassenraumtrainings und Webinaren sind es meistens zwischen 5 und 30 Teilnehmer:innen. Aber Lernvideos und webbased-Trainings werden häufig für mehrere Tausend Teilnehmer:innen erstellt. Daher haben wir chunkx so entwickelt, dass adaptives Lernen ganz automatisch und ohne Aufwand des Autors ermöglicht wird – egal ob für fünf oder mehrere Tausend Nutzer:innen.

Lernen in chunkx – so funktioniert’s

In chunkx werden Inhalte in Lernaufgaben als kleinstmögliche interaktive Formate zerkleinert. Lernaufgaben haben den Vorteil, dass sie nicht nur Erinnerungs-, Assoziations- und Lernprozesse anregen, sondern auch die Zeit der Nutzer:innen produktiv nutzen: Kann ich etwas bereits, dann kostet mich die Bearbeitung nur wenige Sekunden. Kann ich etwas noch nicht, setze ich mich intensiver damit auseinander. Die Aufgaben enthalten immer alle notwendigen Lerninhalte, integrieren Bilder und Videos, oder verweisen im Feedback auf Quellen, die die Inhalte noch detaillierter beschreiben – wie z.B. ein webbased-Training oder einen Blog-Artikel. 

Unterschiedlichste Maßnahmen können mit chunkx ergänzt und dort gebündelt werden

Die Lernaufgaben werden zudem um eine Timeline ergänzt, auf der Nutzer:innen vorprogrammierte oder manuell gesendete Nachrichten von Autoren erhalten können. Diese erfahren wiederum, wie viele Nutzer auf ihre Beiträge reagiert haben und was für sie interessanter und weniger interessant ist.

Durch die Kombination von Micro-Learning-Format und Daten, die einerseits die Interessen und andererseits das Wissen der Nutzer:innen widerspiegeln, werden durch unseren Algorithmus individuelle Lernpfade über beliebig viele Themen hinweg gestaltet. Ganz automatisch und ohne aufwändige Programmierung erhalten die Stärken der Nutzer:innen weniger Priorität als die Schwächen und Lerninhalte werden kontinuierlich gemäß der jeweiligen Nutzerschwierigkeit wiederholt.

Sortierung statt adaptiver Zuteilung

Stellen wir uns einen Kanal mit 40 Lernaufgaben vor. Adaptive Zuteilung bedeutet, dass einem Nutzer die Aufgabe #39, einem anderen die Aufgabe #1 oder wieder einer anderen Nutzerin die Aufgabe #20 als erste angezeigt werden. Um Nutzer:innen eine feste Reihenfolge zu bieten, können Autor:innen in chunkx jederzeit den Kanal von adaptiv auf sortiert umstellen. Dadurch werden neue Inhalte aus dem Kanal ganz genau in der Reihenfolge präsentiert, die der Autor / die Autorin für die geeignetste hält. Die Betonung liegt hier auf „neue“ Inhalte. Denn Wiederholungen werden in chunkx immer gem. der individuellen Daten des Lerners, also adaptiv zugeteilt.

Adaptiv vs. sortiert – was ist wann die bessere Wahl?

Im chunkx creator einfachen zwischen adaptiv und sortiert umschalten

Adaptiv

Denken wir zurück an die anfangs beschriebene Komplexität bei der Sortierung von Lerninhalten. Hier bietet chunkx Autor:innen die Chance, die Möglichkeiten digitaler Lösungen auszunutzen und auf die Unterstützung unseres Algorithmus zu setzen, wenn es um die nutzerspezifische Auswahl von Lerninhalten geht. Bei den folgenden Szenarien macht das besonders viel Sinn:

1. Ergänzung von Lernmaßnahmen

Mit chunkx lassen sich Trainings, Webinare, webbased-Trainings auf einfache Weise erweitern. Wenn die genannten Maßnahmen enden, können Inhalte über chunkx wiederholt und vertieft werden. Und da sich Wiederholungen nach dem individuellen Wissensstand und nicht nach einer festen und für alle gültigen Reihenfolge richten sollten, ist hier die Einstellung „adaptiv“ die beste Wahl. 

2. Viele gleichwertige Inhalte

Manchmal bestehen Themen aus vielen Wissenseinheiten, die weniger aufeinander aufbauen, sondern neutral nebeneinanderstehen. Das kann gesetzlichen und regulatorischen Inhalten der Fall sein, aber auch, wenn man Lerner durch verschiedenste Anwendungsszenarien gelerntes Wissen auf neue Kontexte anwenden lassen möchte. Auch hier ist unserer Auffassung nach die Einstellung „adaptiv“ die beste Möglichkeit, möglichst effizient Nutzer:innen die Inhalte zu präsentieren, die für sie relevant sind.

3. Besonders heterogene Zielgruppen

Je größer und unterschiedlicher die adressierten Nutzer:innen sind, desto schwieriger wird es, eine gelungene feste Reihenfolge der Lerninhalte zu definieren. Natürlich kann man auch in chunkx Kanäle für unterschiedliche Zielgruppen anders aufbereiten – z.B. eine eigene Variante nur für Führungskräfte – aber auch nach einer solchen Aufteilung sind die Teilnehmer:innen immer noch zu unterschiedlich, dann macht eine Inhaltsauswahl gem. Ihrer Lernprofile möglicherweise mehr Sinn.Wir schreiben bewußt „möglicherweise“, denn hier müssen die Vorteile, die nachfolgend für die Einstellung „sortiert“ beschrieben werden, vorsichtig mit den oben beschriebenen abgewogen werden.

Sortiert

Die Einstellung „sortiert“ bietet Autoren:innen andere Möglichkeiten und Vorteile, ganz besonders in den folgenden Situationen:

1. Neue Inhalte

Wird chunkx nicht nachfolgend zu einer anderen Maßnahme eingesetzt, sondern präsentiert als Lerneinheit Nutzer:innen Inhalte zum ersten Mal, bietet sich eine vordefinierte Struktur der Inhalte an. Auch in diesem Fall wird die Lernzeit der einzelnen Nutzer:innen produktiver genutzt als in anderen Lernformaten, denn bekannte Inhalte kosten sie nur wenig Zeit und unbekannte Inhalte werden selektiv wiederholt. Die feste Sortierung gilt also nur für „neue“ Inhalte, die Nutzer:innen noch nicht bearbeitet haben. 

2. Starker Narrativ

Lerninhalte sollen uns im besten Fall begeistern und mitreißen. Und wir sind der Meinung, dass man dies selbst beim vermeintlich langweiligsten Thema schafft. Im adaptiven Micro-Learning-Bereich stehen wir vor der besonderen Herausforderung, dass wir Inhalte so weit wie möglich zerkleinern, um sie wiederum flexibel und nutzerspezifisch arrangieren zu können. Das bedeutet aber auch, dass gelungene Szenarien, bildhafte Beschreibungen, emotionalisierende Erzählungen nur innerhalb einer einzelnen Micro-Einheit aufbaubar sind, da wir nicht sicher wissen, was Nutzer:innen bereits bearbeitet haben und was nicht. Durch die Sortierung von Lerninhalten kann man diese Hürde überwinden. Man kann sich nun darauf verlassen, dass der rote Faden innerhalb des Themas beibehalten wird und man weiß genau, dass alle Nutzer:innen Schritt für Schritt durch dieselben Texte, Bilder, Videos und Übungen wandern.

Sortiert vs. Adaptiv – die Autor:innen entscheiden

In unserem Autorentool chunkx creator entscheiden Autoren, welche Einstellung zu ihrem Kanal passt. Hilfreiche Tipps helfen bei der Auswahl und es ist auch möglich, die Einstellung nach Go-Live wieder zu ändern: Wird ein Kanal mit der Einstellung „adaptiv“ online gestellt und man merkt nach kurzer Zeit, dass eine Sortierung doch geeigneter wäre, lässt sich das sofort anpassen. Auch die Reihenfolge der Inhalte lässt sich jederzeit ändern und nachjustieren.

Suchen Sie Beratung zum Aufsetzen und zur Strukturierung Ihrer Weiterbildungsvorhaben oder interessieren sich für chunkx? Sprechen Sie uns gerne kostenfrei und unverbindlich an.

In unserem Blog-Artikel Tagging auf Knopfdruck erfahren Sie, wie wir tags einsetzen, um Inhalte auch über die Grenzen von Kanälen hinweg adaptiv für Nutzer:innen zu empfehlen und  auszuwählen.

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